Vom CEO-Tagebuch zur Thought Leadership

Viele CEOs haben genug erlebt, um eine ganze Branche klüger zu machen.

Auf LinkedIn posten sie dann ein Foto vom Team-Offsite.

Das ist schade, denn gerade Führungskräfte verfügen über Erfahrungen und Perspektiven, die für andere enorm wertvoll sein können.

Sie haben Unternehmen durch Krisen geführt. Falsche Entscheidungen getroffen und daraus gelernt. Märkte kommen und gehen sehen. Strategien scheitern und andere funktionieren sehen.

Sie treffen jeden Tag Entscheidungen, über die man hervorragend diskutieren könnte.

Und was lesen wir stattdessen?

„Toller Austausch mit unserem Team.“

„Spannender Besuch bei unserem Geschäftspartner.“

„Wir freuen uns über unseren neuen Produktlaunch.“

Das ist noch kein Thought Leadership

Solche Beiträge können sympathisch sein und Einblicke geben. Aber sie machen noch keine Thought Leadership.

Thought Leadership beginnt dort, wo Führungskräfte ihre Perspektive sichtbar machen.

Zum Beispiel mit Fragen wie:

  • Was habe ich verstanden, was andere in meiner Branche anders sehen?

  • Wo widerspreche ich dem Konsens?

  • Welche Erfahrung kann ich weitergeben?

  • Welche Entwicklung halte ich für unterschätzt?

  • Was wird sich verändern – und warum?

Genau daraus entstehen Beiträge, die relevant werden.

Nicht weil sie möglichst laut oder provokant sind, sondern weil jemand etwas zu sagen hat, das auf echter Erfahrung basiert.

CEOs brauchen keine Content-Ideen. Sie brauchen die richtigen Fragen.

Die spannendsten Geschichten und Gedanken sitzen längst in den Unternehmen.

Das Problem ist meistens nicht, dass Führungskräften die Inhalte fehlen. Oft fehlt schlicht der Prozess, diese Inhalte herauszuholen.

Ein gutes Gespräch über eine Entscheidung, einen Fehler, eine Beobachtung im Markt oder eine kontroverse These liefert häufig mehr Stoff als jede klassische Content-Planung.

Die Aufgabe von Executive Communications ist deshalb nicht nur, Beiträge zu schreiben.

Sie besteht vor allem darin, die richtigen Fragen zu stellen, Gedanken zu schärfen und daraus eine erkennbare Position zu entwickeln.

Denn Menschen folgen auf LinkedIn nicht Führungskräften, weil sie wissen möchten, wie das letzte Team-Offsite war.

Sie folgen ihnen, weil sie etwas lernen, verstehen oder neu betrachten wollen.

Und genau darin liegt die Chance von Thought Leadership:

Nicht dokumentieren, was ein CEO erlebt. Sondern sichtbar machen, was er daraus verstanden hat.

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