Die meisten CEOs bereiten sich falsch auf Interviews vor

Wenn Führungskräfte sich auf Medieninterviews vorbereiten, passiert oft das Gleiche: Sie sammeln mögliche Fragen und üben Antworten. Doch genau das ist häufig der Fehler.

Denn Interviews sind keine Prüfung, sie sind ein Gespräch. Und Gespräche verlaufen selten nach Plan.

Die Falle der perfekten Antwort

Viele Executives glauben, gute Vorbereitung bedeute, auf jede denkbare Frage eine perfekte Antwort parat zu haben. Das Problem: Einstudierte Antworten erkennt man sofort. Sie wirken glatt und kontrolliert, aber niemals authentisch.

Während meiner Zeit als Journalistin bei Reuters habe ich unzählige Interviews geführt. Die Gesprächspartner, die am stärksten überzeugt haben, waren selten diejenigen mit den perfekt formulierten Statements.

Es waren diejenigen, die genau wussten, wofür sie stehen.

Warum Fragen eigentlich zweitrangig sind

In einem Interview geht es selten um die Frage selbst. Es geht darum, was die Antwort über die Person, das Unternehmen oder die Situation verrät.

Journalisten stellen Fragen aus unterschiedlichen Richtungen. Mal sachlich, mal kritisch, manchmal provokativ. Und gelegentlich entwickelt sich ein Gespräch in eine Richtung, die vorher niemand erwartet hat. Wer sich ausschließlich auf Fragen vorbereitet, gerät schnell in den Reaktionsmodus.

Wer seine Geschichte kennt, behält die Kontrolle.

Die eigene Geschichte als Anker

Jeder Executive braucht einen klaren Mittelpunkt.

Eine klare Vorstellung davon,

  • wofür das Unternehmen steht,

  • warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden,

  • welche Vision verfolgt wird,

  • und welche Botschaften wirklich vermittelt werden sollen.

Dieser Mittelpunkt wird zum Anker. Und dann bleibt man auch handlungsfähig, wenn kritische Fragen kommen, wenn ein Gespräch emotional wird und wenn unerwartete Themen auftauchen.

Nicht, weil man jede Antwort auswendig gelernt hat, sondern weil man immer wieder zu seiner Kernbotschaft zurückfindet.

Die besten Interviewpartner führen das Gespräch

Viele Menschen glauben, ein Interview sei etwas, das mit ihnen passiert. Die besten Interviewpartner verstehen es aber anders. Sie wissen, dass sie nicht nur Fragen beantworten, sondern sie nutzen jede Antwort, um Orientierung zu geben. Sie reagieren nicht auf die Agenda des Interviewers, sondern sie führen das Gespräch zurück zu den Themen, die wirklich wichtig sind. Das gelingt nicht durch Formulierungen oder Medientricks. Es gelingt durch Klarheit.

Die eigentliche Interviewvorbereitung

Deshalb beginnt gute Interviewvorbereitung lange bevor mögliche Fragen auf dem Tisch liegen.

Sie beginnt mit Fragen wie:

  • Wofür wollen wir stehen?

  • Was soll nach dem Interview hängen bleiben?

  • Welche Geschichte erzählen wir über unser Unternehmen?

  • Welche Botschaft ist wichtiger als jede einzelne Antwort?

Wer diese Fragen beantworten kann, wird auch schwierige Interviews souverän meistern. Und zwar nicht, weil jede Antwort vorbereitet wurde, sondern weil die Geschichte dahinter klar ist.

Fazit

Die beste Interviewvorbereitung ist nicht die Vorbereitung auf Fragen. Sie ist die Arbeit an der eigenen Geschichte.

Denn wer seine Geschichte kennt, lässt sich nicht aus der Bahn werfen. Egal, wie die Frage gestellt wird.

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Der CEO mit den wenigsten kritischen Interviews

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Nicht der Erfolg ist die Story, sondern der Weg dorthin